Die schwersten - und leider teilweise tödlichen Verletzungen von Feuerwehrangehörigen sind in den letzten Jahren, sowohl in Deutschland (Köln, Berlin, Donaustauf, Bruchsal) als auch im Ausland, bei Einsätzen im Innenangriff unter Atemschutz aufgetreten. Einige durch glückliche Umstände verhinderte Beinahunfälle (vgl. Einsatzbericht Flughafen Düsseldorf) wurden ebenfalls benannt. Dies hat gerade in Deutschland in den letzten Jahren dazu geführt, vermehrt und intensiver als bisher über den Atemschutzeinsatz nachzudenken. Insbesondere die Auswertungen des tödlichen Dienstunfalls bei der Berufsfeuerwehr Köln durch eine interkommunale Unfallkommission, sowie des Flughafenbrandes in Düsseldorf von 1996, haben viele Probleme aufgezeigt und zum Teil bereits Lösungsvorschläge erbracht.
Nach dem gemeinsamen Hinweis der Landesfeuerwehrschule Baden Württemberg und des IM Baden Württemberg für Mobile Übungseinrichtungen zur Brandbekämpfung (MÜB) verfolgt der Bodensee - Airport Friedrichshafen das Ziel, Städten ,Gemeinden und Firmen eine Möglichkeit zu bieten um deren Feuerwehren und damit ihren Feuerwehrleuten eine qualifizierte, der Zeit angepassten, Ausbildung zu ermöglichen und somit diese für den heutigen Innenangriff und seinen Gefahren vor schwerwiegenden möglichen Unfällen zu schützen, sowie den Leitgedanken eine einheitliche Ausbildung sicherzustellen.
Jedoch nicht nur Behörden und Fachaufsicht haben erkannt, dass ein neuer Weg im Bereich der Ausbildung beschritten werden muss, sondern auch viele Feuerwehren aus ganz Deutschland. Der Wunsch, die praktische Brandbekämpfung in Heißübungsanlagen zu trainieren, nimmt ständig zu und beweist somit, dass Feuerwehren den Mangel an praktischer Ausbildung erkannt haben. Nach einer Grund -ausbildung für Atemschutzgeräteträger (gemäss FwDV 7) können die praktischen Übungen durch geeignete Übungsanlagen erweitert werden im übrigen: Das Feuerwehr Trainings Center versteht sich nicht als Konkurrenz zu einer Atemschutzübungsstrecke nach FwDV 7 sondern soll als ergänzende Ausbildungsmaßnahme dienen.
Der Bodensee - Airport Friedrichshafen, und somit erster Flughafen in Deutschland und erster nicht öffentlicher Arbeitgeber, hat hiermit die Chance, mit der geplanten Anlage sich neben der Landesfeuerwehrschule Bruchsal länderübergreifend ein Ausbildungszentrum für alle Feuerwehren in Baden - Württemberg und grenznahem Gebiet zu errichten. Hohe Wartezeiten für den Lehrgang Brandbekämpfung, z.B. an der Landesfeuerwehrschule Bruchsal, könnten somit minimiert, beziehungsweise die Übernachfrage reduziert werden. Ähnlich der Ausbildung auf Kreisebene zu dem Thema Technische Hilfeleistung könnte hier genauso qualifiziert gearbeitet werden.
Die Anlagen können/werden mit Gas bzw. mit unbehandeltem Holz betrieben. In gasbetriebenen Anlagen ist es den Ausbildern möglich, durch das Absperren der Gaszufuhr die Verbrennung schlagartig zu unterbinden, um somit eine Gefährdung des Lehrgangsteilnehmers wie auch des Ausbilders zu vermeiden. Bei dieser Art der Ausbildung wird der Übungsteilnehmer das erste Mal an Hitze herangeführt, außerdem wird ihm verdeutlicht, wie sich Wasserdampf bei zuviel Wasserabgabe über das Strahlrohr in einem geschlossenem Raum auswirkt. Neben einem Bettstellen- und Küchenbrand, wird auch das taktische Vorgehen über einen Treppenabgang in einen tiefer liegenden warmen/heißen Raum geübt. Die üblichen Türöffnungsprozeduren werden hierbei schon von Anfang an trainiert und sollen einen Automatismus erreichen.
Bei Anlagen, die mit Holz betrieben werden, übernimmt der Ausbilder eine weitaus höhere Verantwortung; aus diesem Grund ist eine besondere Sorgfalt und Ausbildung jener notwendig. Eine Trennung des Beobachtungsraumes und des Brandraums durch eine sofortige Schließung der Tür des Brandraums ist ständig möglich. Dem Übungsteilnehmer wird im Beobachtungsraum verschiedene Rauchschichten und deren Zustände vorgeführt. Er soll in der Lage sein, diese für den Realeinsatz richtig deuten zu können, und sich vor möglichen Gefahren wie evtl. Durchzündungen verhüten / schützen zu können. Dies wird zuerst in einem Strahlrohrtraining außerhalb der Anlage und kalt trainiert, später in dem gasbetriebenen Flash Over Container und/oder der Rauchgasdurchzündungsanlage. Die Übungsteilnehmer werden ständig bei Heißübungen von Ausbildern begleitet und wenn nötig korrigiert.
Wir führen deshalb eine Umfrage zu diesem Thema durch, um zu Erfahren, ob es die Feuerwehren begrüßen würden bzw. ob sie auch bereit sind, ihre AT-Geräteträger zum Flughafen für eine erweiterte Heißausbildung zu entsenden. Das Ergebnis dieser Umfrage ist von enormer Bedeutung zur weiteren Planung und Fertigstellung der Anlage.
Vielen Dank für Ihr Interesse und Hilfe bei der Fortentwicklung des Bodense-Feuerwehr-Ausbildungs-Center!
Ihre Flughafenfeuerwehr Friedrichshafen
Normalerweise nimmt die Menge heißer Rauchgase, die von einem Brandherd ausgeht rasch zu. Aufgrund der um den Brandherd entstehenden Thermik wird weiter Luft zum Brandherd gefördert. Wenn eine ausreichende Sauerstoffversorgung vorhanden ist, wird das Feuer solange weiterbrennen, wie brennbares Material vorhanden ist.
Wird die Sauerstoffversorgung im Brandraum eingeschränkt, so wird der Luftsauerstoff schneller verbraucht als er durch die verbliebenen Öffnungen nachgeliefert werden kann. Die Sauerstoffkonzentration im Brandraum nimmt ab. Die Temperatur im Brandraum steigt unter Umständen weiterhin an.
Wenn die Sauerstoffkonzentration im Brandraum abnimmt, werden die Flammen kleiner . Dies muss aber nicht zwangsläufig zu einer Abnahme der Produktion brennbarer Gase führen. Obwohl die vom Brandherd ausgehende Strahlungswärme abgenommen hat, ist der Brandraum noch immer sehr heiß und bislang ist nichts passiert, was die brennbaren Materialien hätte abkühlen können. Noch immer können kleine Flammen vorhanden sein oder aber sie sind vollkommen gelöscht. Abhängig von der relativen Größe des Feuers und des Brandraumes haben sich zu diesem Zeitpunkt ausreichend brennbare Gase gebildet und im Brandraum verteilt. Dieser Umstand erfordert nun nur noch eine neue Sauerstoffquelle, zum Beispiel durch das Öffnen einer Tür, um ein explosibles Gemisch mit möglicherweise tödlichem Ausgang zu erzeugen - ein Backdraft.
Eine eingeschränkte Belüftung eines Brandraumes kann zu einem Brand führen, bei dem große Mengen an Verbrennungsprodukten und unverbrannten Pyrolyseprodukten entstehen. Wenn diese in ausreichender Menge vorhanden sind, kann das Schaffen einer Zugangsöffnung zu einer plötzlichen Durchzündung führen. Diese Durchzündung, die sich durch den Brandraum bewegt und aus der Öffnung herausschlägt nennt man Backdraft.
Es gibt mindestens drei Backdraft-Szenarien, mit denen der Feuerwehrmann rechnen muss.
Der erste Hinweis auf einen zu erwartenden Backdraft ist die Geschichte des Feuers: Hatte das Feuer eine ausreichende Vorbrenndauer, genügend Rauch erzeugt, der nun aus dem Gebäude drückt und ist das Feuer von außen nicht sichtbar, so ist es wahrscheinlich, dass das Feuer aufgrund von Sauerstoffmangel ausgegangen ist.
Schaut man sich das Gebäude von außen an, sind die betroffenen Fenster des Brandraumes rußgeschwärzt und von außen sind keine Flammen sichtbar. Selbst wenn ein Teil eines Fenstern zerbrochen ist, ist es möglich, dass diese Öffnung nicht genügend Sauerstoff für das Feuer liefert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass Rauch aus dieser Fensteröffnung pulsierend austritt. Frischluft wird in den Brandraum gesogen, wenn das Feuer kleiner wird und sich die heißen Rauchgase durch die Abkühlung zusammenziehen. Dies erzeugt lokal begrenzte zündfähige Gemische und abbrennen, sogenannte Mini - Backdrafts. Die daraus resultierende Ausdehnung der heißen Rauchgase drückt Rauch aus dem Brandraum heraus. Dieser Kreislauf wiederholt sich mit einer Frequenz, die von der Größe der Öffnung und der Lage des Feuers abhängt.
Befindet sich unter der Tür zum Brandraum ein Spalt, könnte dort ebenfalls pulsierender Rauch mit diesem Mini - Backdraft Effekt austreten. Es könnte außerdem ein pfeifendes Geräusch zu hören sein, wenn Luft durch kleine Öffnungen um die Tür herum in den Brandraum eingesogen wird, die aber schwer zu hören sind. Diese könnte außerdem außen heiß sein. Insbesondere könnte der Türgriff heiß sein, wenn es eine metallische Verbindung zur Türklinke im Inneren des Brandraumes gibt.
Konnte der Brandraum lange genug abkühlen, wird keine Luft mehr in den Brandraum gesogen und der pulsierend austretende Rauch wird ebenfalls nicht mehr vorhanden sein. Wurde der Brandraum aber noch nicht belüftet und es befinden sich noch immer brennbare Gase im Brandraum, ist ein Backdraft immer noch möglich.
Wurde die Entscheidung getroffen, die Tür zu öffnen, könnte ein starkes Einsaugen von Luft zu spüren sein, sobald die Tür zur Hälfte geöffnet wurde. Dieser Effekt zeigt uns entweder, dass Sauerstoffmangel vorhanden ist oder aber der Brandraum sehr viel heißer war und bereits begonnen hat abzukühlen. Kleine Flammen können auftreten, wenn sich die Rauchgase und die frische Luft vermischen. Dies zeigt uns, dass im Brandraum Rauchgase vorhanden sind, die heiß genug sind, um sich bei der Vermischung mit Luft selbst zu entzünden. In dieser Phase ist es immer noch möglich, die Tür wieder zu schließen, bevor genügend Sauerstoff in den Brandraum eindringen konnte, um einen Backdraft auszulösen.
Ist die Tür zu einem Brandraum mit Sauerstoffmangel einmal geöffnet und Frischluft in den Brandraum eingedrungen, kann nur noch wenig gegen die Entstehung eines Backdraft unternommen werden. Besser ist, die geeigneten Entscheidungen zu treffen, bevor die Tür geöffnet wird.
Stehen Einsatzkräfte vor einer verschlossenen Tür und wissen nicht, was sie dahinter erwartet, sollten sie alle oben beschriebenen Anzeichen überprüfen und Wasser am Strahlrohr haben, bevor die Tür geöffnet wird. Haben sich vor dem Brandraum bereits Rauchgase angesammelt, kann die Gefahr eines Backdraft durch besprühen dieser Gase vor dem Öffnen des Brandraumes reduziert werden. Die Einsatzkräfte sollten darauf gefasst sein, die Tür schnell zu schließen, sollte ein Backdraft entstehen. Diese Maßnahme wird den Backdraft nicht mehr verhindern, kann aber die austretende Flamme von den Einsatzkräften weglenken.
Rechnen die Einsatzkräfte beim Öffnen der Tür mit einem Backdraft, muss das Öffnen der Tür sorgfältig überlegt sein. So lange wie die Tür zum Brandraum verschlossen ist, haben die Einsatzkräfte Zeit, über ihre Handlungen nachzudenken. Ist die Tür einmal geöffnet, können sie nur noch auf das reagieren, was passieren wird. Wenngleich die Entscheidung über den Zeitpunkt des Öffnens einer Tür bei den Einsatzkräften vor Ort liegt, liegt die letztendliche Entscheidung ob eine Tür geöffnet wird oder nicht beim Einsatzleiter.
Der Brandraum muss ständig beobachtet werden. Die Erstmaßnahme besteht dann darin, den Brandraum für ein Betreten durch die Einsatzkräfte sicher zu machen. Wie bereits beschrieben, kann ein Backdraft nur dann entstehen, wenn Frischluft in den Brandraum eindringen kann. Für die Einsatzkräfte ist es möglich, in einer brennbaren Atmosphäre zu arbeiten vorausgesetzt, es gibt keine Gelegenheit, dass sich die Verhältnisse im Brandraum verändern oder Frischluft eintreten kann, während die Einsatzkräfte sich im Brandraum befinden. Es schwer, diese Bedingungen einzuhalten - ein Fenster könnte zerspringen oder jemand öffnet versehentlich eine andere Tür zum Brandraum. Die viel sichere Methode ist, die brennbaren Gase aus dem Brandraum zu entfernen - durch Belüftung.
Es ist wichtig zu erkennen, dass Belüftungsmaßnahmen Frischluft in den Brandraum fördern. Es ist also möglich, dass ein Backdraft während der Belüftungsmaßnahmen entsteht. Also müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden.
Wurde entschieden, dass ein Brandraum belüftet werden muss, und wurde die Belüftungsmethode vom Einsatzleiter festgelegt, sind folgende Dinge zu veranlassen:
Kein Brandraum kann als sicher angesehen werden, bevor er nicht für einige Zeit belüftet wurde. Ist der Brandraum ausreichend belüftet, können die Einsatzkräfte den Brandherd angreifen ohne dass eine weitere Gefahr eines Backdraft gegeben ist.
Quelle: LFS Bruchsal
In den Kapiteln 1.1 bis 1.4 wurde beschrieben, wie eine Rauchschicht größer wird, wenn sie nicht schneller aus dem Brandraum entweichen kann, wie der Rauch erzeugt wird. So lange wie unverbranntes Material im Brandraum vorhanden ist, wird die Situation im Brandraum nicht lange stabil bleiben. Zu Beginn wird die Flamme des Brandherdes den Deckenbereich nicht erreichen, sondern lediglich die unmittelbare Umgebung des Brandherdes durch die auftretende Strahlungswärme in Brand setzen. Dennoch wird das Feuer größer werden und die Temperatur im Brandraum ansteigen. Dabei wird die Energiefreisetzung des Brandherdes ebenfalls ansteigen.
Die Flammengröße wird ansteigen bis sie die Decke erreicht. Die Flammen werden nun anfangen, sich innerhalb der heißen Rauchgaszone im Brandraum auszubreiten. Flammen werden sowohl im Deckenbereich über dem Brandherd als auch zwischen der heißen Rauchgasschicht und der noch verbleibenden Luftschicht in der Umgebung des Brandherdes zu sehen sein.
Haben die Flammen einmal begonnen, sich im Grenzbereich der Luftschichten auszubreiten, wird die Strahlungswärme ausgehend von den heißen Verbrennungsprodukten schnell ansteigen. Die anderen brennbaren Materialen im Brandraum werden sich nun sehr schnell erwärmen. Sie werden jetzt nicht mehr nur vom Brandherd von der Seite her erwärmt, sondern auch von oben, wo die Flammen und heißen Verbrennungsgase abhängig von der Höhe der Grenzschicht sehr viel näher an die brennbaren Materialien heranreichen.
In großen Brandräumen mit hohen Decken können sich die Flammen im Deckenbereich ausbreiten, ohne den brennbaren Materialien am Boden nahe genug zu kommen um eine Ausgasung zu erzeugen.
Jedoch können sich die erwärmten Rauchschichten in größerer Entfernung vom Brandherd allmählich wieder absenken und immer noch ausreichend Energie aufbringen, um brennbare Materialien ausgasen zu lassen. Werden diese gezündet, kann dies zu einem Abschneiden des Rückzugweges für angreifende Trupps führen.
Wenn sich die heiße Rauchschicht absenkt und insbesondere wenn die Decke sehr niedrig ist, werden sämtliche Materialien im Raum derart erwärmt, dass sie nun selbständig brennbare Gase freisetzen. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis sich das Feuer schlagartig ausbreitet, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden. Je kleiner der Brandraum ist, umso schneller sind diese Randbedingungen erreicht.
Sobald die Mehrzahl der Einrichtungsgegenstände thermisch aufbereitet ist, ist der Übergang vom lokal begrenzten Brand zum Vollbrand innerhalb von wenigen Sekunden möglich - ein Flash-Over hat stattgefunden
Ein Flash-Over ist der schlagartige Übergang eines Entstehungsbrandes zu einem vollentwickelten Brand, in dem die durch Wärmestrahlung und Konvektion im gesamten Raum gebildeten Pyrolyseprodukte innerhalb von wenigen Sekunden durchzünden.
Gemäß dieser Definition kann man erkennen, dass ein Backdraft eine Sonderform eines Flash-Overs darstellt. Resultiert ein Backdraft in einem Vollbrand des gesamten Raumes, hat ein Flash-Over stattgefunden.
Trotzdem ist es notwendig, beide Vorgänge zu trennen, da die Auswirkungen für die Einsatzkräfte sehr unterschiedlich sein können.
Die wichtigste Voraussetzung für einen Flash-Over ist, dass ausreichend Strahlungswärme von oben vorhanden ist. Dies wird von den Einsatzkräften durch eine schlagartige Temperaturzunahme im Brandraum und durch die Wärme der Rauchgase, die sich im Deckenbereich angesammelt haben, wahrgenommen. Wenn die Einsatzkräfte nach oben schauen, werden sie Flammenzungen in der Gasschicht sehen. Außerdem werden andere Einrichtungsgegenstände im Brandraum sichtbaren Rauch und brennbare Gase freisetzen.
Da der Hauptgrund für die Entstehung eines Flash-Over die Strahlungswärme der heißen Gase und Flammen über den Einsatzkräften ist, besteht die logische Lösung darin, diesen Bereich abzukühlen. Dies wird die Strahlungswärme und die Flammenzungen reduzieren. Der Effekt ist besonders wirkungsvoll, wenn kurze Sprühstöße an die Decke gegeben werden. Wird zuviel Wasser in die Rauchgase gesprüht, entstehen große Mengen Wasserdampf. Diese drücken die Rauchschicht nach unten und die Sichtbehinderung wird größer.
Unter diesen Umständen ist es also am effektivsten, kurze Sprühstöße in die heißen Rauchgase zu geben, die Wirkung zu beobachten und damit aufzuhören, wenn genügend Wasserdampf im Raum vorhanden ist.
Ist die Gefahr eines Flash-Over beseitigt, hängen die nächsten Schritte davon ab, ob der Brand gelöscht werden kann, bevor die Flash-Over Bedingungen erneut erreicht werden. Wenn das erneute Erreichen dieser Bedingungen wahrscheinlich ist, ist es notwendig, den Brandraum schnellstmöglichst zu lüften.
Wenn die heißen Rauchgase schneller reduziert werden, als sie nachgeliefert werden können, wird auch die Gefahr eines Flash-Over vermindert. Rauchabzugsöffnungen sind genau dafür konzipiert. Jedoch ist es wichtig, das die richtigen Abzugsöffnungen geöffnet werden. Je weiter entfernt sich die Abzugsöffnungen vom Brandherd befinden, umso weiter müssen die heißen Rauchschichten wandern und umso größer ist die Gefahr einer Brandausbreitung in andere Bereiche.
Gibt es keine maschinellen Rauchabzugsöffnungen, müssen die Einsatzkräfte Öffnungen von Hand schaffen. Man sollte aber daran denken, dass eine falsche Belüftung in einer Brandausbreitung resultieren kann, da heiße Rauchgase in Bereiche gelangen können, in die sie ohne Belüftung nicht oder aber erst viel später gelangt wären.
Einsatzleiter tragen die Verantwortung für die Entscheidung, ob Trupps im Innenangriff vorgehen sollen. Sie müssen sich der Gefahr eines Flash-Over oder Backdraft bewusst sein und dort, wo mit der Gefahr zu rechnen ist, das Gebäude ständig beobachten und auf Anzeichen achten. Die Trupps müssen außerdem über die Anzeichen informiert werden.
Von dem Moment des Betretens eines Gebäudes müssen die Einsatzkräfte an die mögliche Gefahr eines Flash-Overs oder Backdrafts denken. Sie müssen stehen bleiben, schauen und denken bevor sie eine Tür innerhalb eines Gebäudes öffnen.
Quelle: LFS Bruchsal