1913 - Die Ursprünge des Flugplatzes Friedrichshafen-Löwental

Die Ursprünge des Flugplatzes Friedrichshafen-Löwental gehen zurück bis ins Jahr 1913, als das Deutsche Reich für die Ausbildung der Luftschiffbesatzungen ein entsprechendes Gelände in der Nähe der Produktionsstätte der Zeppelin-Luftschiffe suchte.

Man wählte ein Grundstück, das damals noch außerhalb der Stadt lag, und dessen Eigentümer das Deutsche Reich, die Königliche Familie, die Württembergische Staatsforstverwaltung und verschiedene Privatleute waren.

Noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten für die Kaserne, die die 4. Württembergische Kompanie des Luftschiffer-Bataillons Nr. 4 beherbergen sollte. Es entstanden das Mannschaftshaus, die Waffenmeisterei, das Wirtschaftsgebäude und zwei Familienhäuser für die Offiziere sowie drei Mannschaftsbaracken.

7. Juni 1915 - Die Jungfernfahrt des ersten fertiggestellten Luftschiffes

Die Luftschiffhalle konnte 1915 fertiggestellt werden. Und im selben Jahr erfolgte die Umbenennung in Kriegsluftschiffhafen. Somit kann das Jahr 1915 als Geburtsjahr des Flugplatzes Löwental bezeichnet werden. Das erste hier gefertigte Luftschiff war LZ 41 (L11), das am 7. Juni 1915 zu seiner Jungfernfahrt startete.
Zur Unterstellung der vermehrt landenden Flugzeuge mußte 1916 auch ein Fliegerschuppen erstellt werden.

 

Die 1912 in Manzell am Bodenseeufer von Theodor Kober gegründete Firma Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH (FF), die äußerst erfolgreich Flugzeuge für die deutsche Marine produzierte, sah sich im Laufe des Krieges veranlaßt, auch Landflugzeuge für das Heer zu fertigen. Dies sah in der Praxis so aus, daß die Flugzeuge in Manzell gebaut und montiert wurden, um dann wieder zerlegt und durch die Straßen von Friedrichshafen nach Löwental transportiert zu werden. Hierbei handelte es sich hauptsächlich um sogenannte G-Flugzeuge.

Dies waren zweimotorige Doppeldecker zur Aufnahme einer Bombenlast bis zu etwa 1 Tonne. Auf dem Flugplatz wurden sie wieder zusammengebaut und eingeflogen. Konnte zuerst noch in geringem Umfang der Fliegerschuppen des Luftschifferbataillons benutzt werden, so sah sich Kober 1918 gezwungen, eine eigene Flugzeughalle zu erstellen. Auch baute er eigens für seine Flugzeuge eine befestigte Startbahn von etwa 150 Metern Länge, wahrscheinlich die erste in Deutschland. Sie ist noch heute zu erkennen.

Nach dem Ersten Weltkrieg zog am 1. Januar 1919 die Sicherheitskompanie SK 32 der neu aufgestellten Sicherheitstruppen in die Kaserne ein. Ihr Kommandeur war ein gewisser Hauptmann Erwin Rommel.

Das letzte von insgesamt 21 im Löwental gefertigten Zeppelin-Luftschiffen, das LZ 114 (L72), verließ im Juni 1920 den Flugplatz, um als Reparation an Frankreich ausgeliefert zu werden.

1924 - Ein neuer Mieter in Friedrichshafen-Löwental: Dornier

1924 mietete sich Dornier, zusätzlich zum bereits etablierten Luftschiffbau-Zeppelin, im Löwental ein. In der inzwischen "alten" Luftschiffhalle entstand in den Jahren 1926/27 eine 1:1 Holzattrappe des Riesenflugbootes DO-X.

Inzwischen mehrten sich die Klagen über den schlechten Zustand der Halle und auch darüber, daß sie den immer zahlreicher werdenden Flugzeugen im Wege stand. Für die neuen Luftschiffe war sie sowieso zu klein. 1928 wurde sie abgebrochen.

1928 - Gründung der Flughafen Friedrichshafen GmbH

Im selben Jahr wurde die "Flughafen Friedrichshafen GmbH", gegründet, deren Gesellschafter die Stadt Friedrichshafen mit 50000 RM und Dornier Metallbauten mit 100000 RM waren. Eine der ersten Aktivitäten der Flughafen GmbH war der Bau einer neuen modernen Flugzeughalle unmittelbar nordöstlich der Kaserne.

1929 - Die ersten Linienflüge der Deutschen Lufthansa

Das Jahr 1929 brachte für Friedrichshafen eine Besonderheit, denn erstmals interessierte sich die Deutsche Lufthansa für die Bodenseestadt. In den Sommermonaten beflog sie werktäglich die Strecke Stuttgart-Friedrichshafen und zurück. Schon kurzfristig führten diese Linienflüge zu einer engen Kooperation mit dem Luftschiff "Graf Zeppelin".

Auch im nächsten Jahr setzten sich die Bauaktivitäten auf dem Flugplatzgelände fort. Besonders in Hinsicht auf die neuen Luftschiffe, LZ 127 "Graf Zeppelin" und LZ 129 "Hindenburg", begann 1930 der Bau einer neuen Luftschiffhalle, deren Fertigstellung sich jedoch noch bis zum Herbst 1931 hinauszögerte.

In diesen Jahren erweiterte die Lufthansa die Linie von Hamburg über Hannover, Frankfurt und Stuttgart nach Friedrichshafen. Zusätzlich führte sie mit Beginn der planmäßigen Luftschiffdienste nach Südamerika, ab dem 29. August 1931, einen Nachbringedienst von Berlin nach Friedrichshafen für Passagiere und Post durch. Diese Flüge dauerten bis zur Verlegung der Südamerikafahrten zum Verkehrsluftschiffhafen Frankfurt am 19. April 1936.

Da die Firma Dornier bei ihrer Produktionsstätte Manzell keine Möglichkeit hatte, Landflugzeuge zu testen, verlegte sie die Fertigung für Landflugzeuge näher an den Flugplatz. So entstand westlich der inzwischen auf den Namen "Graf Zeppelin" getauften Kaserne auf der Gemarkung Allmannsweiler eine moderne Fabrikanlage, und 1937 eine 170 Meter lange Flugzeughalle auf dem Flugplatzgelände.

Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges blieb die Lufthansa Friedrichshafen treu. Für die Linienflüge benutzte sie zuerst die Focke-Wulf A 17, später die Junkers Ju 160, die Heinkel He 70 und zuletzt die Ju 52.

1939 - Die Erweiterungspläne des Dritten Reiches für den Flughafen Friedrichshafen

Auch am Flugplatz ging der Zweite Weltkrieg nicht spurlos vorbei. Um für den steigenden Flugbetrieb eine sichere Anflugschneise zu erhalten, begann das Forstamt Tettnang im Winter 1939 mit der Abholzung des Oberen Seewaldes (östlicher Flugplatzbereich). Und schon im folgenden Jahr traf die zweite Gruppe des Jagdgeschwaders 51 "Mölders" mit Me 109 E in Friedrichshafen ein. Die Flugzeuge waren in der Luftschiffhalle untergebracht. Sie blieben jedoch nur einige Wochen, dann wurden sie nach Böblingen verlegt.

Die Abholzung wurde weitergeführt und Erweiterungspläne entstanden. Einer dieser Pläne sah drei sich kreuzende Landebahnen vor. Sogar Generaloberst Udet ordnete nach einer Besichtigung im März 1941 eine besondere Beschleunigung dieses "kriegswichtigen Bauvorhabens" an.

Nachdem die Arbeiten an der 2400 Meter langen betonierten Startbahn bereits begonnen hatten, kam die Anordnung, diese auf eine Länge von 1000 Meter zu reduzieren.

Ende Dezember 1942 war die verkürzte Startbahn fertiggestellt. Hermann Göring teilte der Flughafen GmbH mit, daß das Bauvorhaben nicht in die Wehrkreis-Rangfolge-Liste des vierten Kriegswirtschaftsjahres aufgenommen werde, was bedeutete, daß mit einem weiteren Ausbau nicht zu rechnen war.

Anfang 1943 erfolgte der Abbruch der Luftschiffhalle. Sie wurde auf einem eigens errichteten Industriegleis ins Zeppelin-Werftgelände transportiert und dort mit veränderten Abmessungen wieder aufgebaut. In ihr entstanden in den letzten Kriegsmonaten noch einige V-2 Raketen. Bei den insgesamt zwölf Bombenangriffen auf Friedrichshafen galten auch einige gezielt dem Flugplatz und der angesiedelten Flugzeugindustrie. Gerade während der letzten Kriegsmonate trugen die Gebäude und das Gelände starke Schäden davon. Es sah aus wie auf einer mit Kratern übersäten Mondlandschaft.

1945 - Französiche Streitkräfte besetzen den Flughafen

Nachdem die französische Luftwaffe Friedrichshafen 1945 besetzte, war sie die ersten Monate nur damit beschäftigt, die Startbahn und die Gebäude instand zu setzen.

Die ersten französischen Flugzeuge auf dem "wiedererstandenen" Flugplatz waren P-47 "Thunderbolt", die 1949 von De Havilland "Vampire"-Düsenjägern abgelöst wurden.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden auch die Arbeiten zur Verlängerung der befestigten Landebahn permanent weitergeführt.

Von Anfang bis Mitte der 50er Jahre entstanden auch die meisten Gebäude, einschließlich des Kontrollturmes, die das Gesicht des ehemaligen Militärareals prägten. Einige Düsenjäger verließen Friedrichshafen 1953, um nach Algerien verlegt zu werden.

4. August 1950 - Die Gründung des Luftsportclubs Friedrichshafen (LSC)

Im selben Jahr hatte der am 4. August 1950 gegründete Luftsportclub Friedrichshafen auch sein erstes, in Eigenarbeit entstandenes Segelflugzeug vom Typ "Doppel-Raab" fertiggestellt. Es wurde im November von Dr. Hugo Eckener auf den Namen "Graf Zeppelin" getauft.

Vom französischen Kommandanten erhielt der Luftsportclub die Genehmigung, einen Teil einer Kfz-Halle zur Unterstellung des Flugzeuges zu nutzen. Die endgültige Verlegung der Militärflugzeuge erfolgte 1954 zu ihrer neuen Basis Bremgarten.

Das erste zivile Motorflugzeug, das nach dem Krieg den Flugplatz nutzen durfte, war die vom LSC 1957 angeschaffte "Tiger Moth". Sie diente hauptsächlich dem Flugzeugschlepp. Das sich zu dem Doppel-Raab noch ein "Bergfalke" gesellt hatte, befanden sich 1957 insgesamt drei zivile Flugzeuge in der französischen Fahrzeughalle.

Obwohl der Flugplatz noch unter französischer Verwaltung stand, begann die in Memmingen stationierte Flugzeugführerschule "S", in Friedrichshafen eine Außenstelle einzurichten. Diese Staffel, die während dieser Zeit den Namen "Mufti-Staffel" erhielt, diente ausschließlich der Ausbildung von Piloten auf der Do 27. Sie verließ Friedrichshafen wieder Ende 1959 und wurde durch die Heeresfliegerstaffel (LL) 9 abgelöst.

Die Heeresflieger setzten hauptsächlich Sikorsky H-34, Alouette II und Do 27 ein. Sie wurden 1966 auf den neugebauten Flugplatz Neuhausen ob Eck verlegt.

Auch der LSC war in der Zwischenzeit nicht untätig. Im nordöstlichen Flugplatzbereich erstellte er eine eigene Halle mit Werkstatt, Unterrichts- und Aufenthaltsräumen sowie einen kleinen Kontrollturm.

Die ersten planmäßigen Linienflüge nach dem Krieg versuchte der Bodensee-Flugdienst 1966 mit einer zweimotorigen Be 65. Doch noch erkannte man hier nicht die Notwendigkeit einer schnellen Verkehrsanbindung, und der Versuch mußte bald wieder eingestellt werden.

 

1968 - Die Unterzeichnung des Gemeinschafts- vertrages zwischen der Flughafen GmbH und der Wehrbereichs- verwaltung 5

Die hoheitliche Übergabe des Flugplatzes an die Wehrbereichsverwaltung 5 erfolgte 1968, die mit der Flughafen GmbH im selben Jahr einen Mitbenutzervertrag unterzeichnete.

Durch Tausch des Geländes in der Graf-Zeppelin-Kaserne erwarb die Flughafen GmbH später das Gelände im nordöstlichen Flugplatzbereich.

Im Laufe der nächsten Jahre versuchten verschiedene Fluggesellschaften, hier Fuß zu fassen, meist jedoch erfolglos.

Heftige Proteste von Seiten der Bevölkerung gab es in der zweiten Jahreshälfte 1973, als bekannt wurde, daß eine französische Heeresfliegereinheit im Löwental stationiert werden sollte. Eingaben an das Verteidigungsministerium waren erfolglos, und im Dezember landeten die ersten Hubschrauber in Friedrichshafen. Die Franzosen blieben bis zum Juni 1992.

1. April 1978 - Die Gründung der "Delta Air" führt zum Durchbruch des Regionalverkehrs in Friedrichshafen

Den endgültigen Durchbruch im Regionalverkehr erreichte die am 1. April 1978 gegründete "Delta-Air". Mit einer De Havilland "Twin-Otter" bediente sie die Strecken nach Stuttgart und Zürich. Für Charterflüge hielt sie noch zwei Piper "Cheyenne" und eine Beechcraft "Super-King-Air", bereit.

Vorsichtige Bemühungen um eine Luftfahrtmesse fanden 1979 statt, damals noch mit dem Namen RMF. Mit einer Ausstellung für die Allgemeine Luftfahrt versuchte die Messegesellschaft, in eine Lücke vorzustoßen. Inzwischen ist die Messe als AERO europaweit bekannt und fest etabliert, sie findet alle zwei Jahre statt.

Um die notwendige Sicherheit für den linienähnlichen Verkehr der Delta-Air zu gewährleisten, wurde am 14. Juni 1979 eine Kontrollzone eingerichtet. Seit diesem Zeitpunkt dürfen Flugzeuge in diesen Bereich nur noch mit Genehmigung der Fluglotsen einfliegen.

Ein Instrumentenanflug war noch nicht möglich, da hierfür noch die rechtlichen Grundlagen fehlten. Dies erfolgte erst im Winter 1980/81, allerdings mit recht hohen Wettermindestwerten, da lediglich ein ungerichtetes Funkfeuer in der Platzmitte zur Verfügung stand.

In den folgenden Jahren erweiterte die Delta-Air ihr Streckennetz und ersetzte die inzwischen betriebenen Metroliner 1986 durch die 33sitzige Saab SF340.

Die Flughafen GmbH erstellte weitere Flugzeughallen und baute 1988 das neue Abfertigungsgebäude. Im Auftrag der Lufthansa flog die Delta-Air im selben Jahr die Destinationen Frankfurt und Köln an.

Für Aufregung in der Bevölkerung sorgte 1989 der Antrag der Condor, mit B 737 Sommercharter nach Kreta und Mallorca anzubieten. Der Gemeinderat und der Kreistag, die ursprünglich keinen Handlungsbedarf gegen die Aufnahme des Flugbetriebs sahen, sprachen sich plötzlich und unerwartet gegen den Charter aus. Erst das von der Condor angerufene Verwaltungsgericht Sigmaringen ermöglichte den probeweisen Flugbetrieb auf Basis einer Ausnahmegenehmigung.

In der Zeit vom 7. Mai bis 29. Oktober fanden 52 Umläufe statt. Für die für das nächste Jahr geplanten Umläufe erteilte das Regierungspräsidium Tübingen jedoch keine Ausnahmegenehmigung mehr, da die Zustimmung des Gemeinderates und des Kreistages nicht vorlagen. Erst nach langwierigen Verhandlungen stimmten diese beiden Gremien doch noch zu.

Für den Sommercharter nach Mallorca, Heraklion und Antalya kam die Entscheidung jedoch zu spät, so daß 1990 keine Charter durchgeführt wurden. Diese fanden erst wieder 1991 statt.

1992 - Der Abzug der französichen Heeresflieger

Durch den Abzug der französischen Heeresflieger im Sommer 1992 war es erstmals möglich, auch die Rollwege des bisher für den zivilen Luftverkehr gesperrten Militärbereiches mitzunutzen.

Die Gebäude der ehemaligen "Graf-Zeppelin-Kaserne" dienten anschließend als Unterkünfte für bis zu 400 Asylbewerber. Diese blieben bis zum September 1995 in den historischen Gebäuden. Danach wurde der Innenhof zur "Betonmischanlage" degradiert, um 1996 dem Straßenbau gänzlich zum Opfer zu fallen. Damit verschwindet der wahrscheinlich älteste, in direktem Zusammenhang mit den Zeppelin-Luftschiffen stehende Gebäudekomplex in Friedrichshafen.

Ende 1992 wurde die Delta-Air zur Deutschen British Airways. Die englische Mutter hält 49 Prozent der Geschäftsanteile.

Für die mittlerweile europaweit bekannte Luftfahrtmesse AERO ergaben sich im Jahre 1993 hervorragende Präsentationsmöglichkeiten durch die nun freigegebenen Hallen und Vorfelder der Franzosen.

Im darauffolgenden Jahr begannen umfangreiche Bauarbeiten auf dem Flugplatz. Durch die inzwischen genehmigten Subventionen der Landesregierung war es möglich, die schon längst notwendige Startbahnsanierung in Angriff zu nehmen.

27. Juni 1994 - Die Großbaustelle Friedrichshafen - Fünfundvierzig Millionen Mark für die neue Startbahn

Am 27. Juni 1994 war es soweit. Die Firma Kirchhoff-Heine beherrschte für über ein Jahr den Flugplatz. Mit Großgeräten und zeitweise über 50 Lastwagen begannen die größten zusammenhängenden Bauarbeiten, die je auf dem Flugplatz durchgeführt wurden.

Außer der Sanierung der Startbahn, mit der erforderlichen Neuinstallation der Mittellinien- und Randfeuer sowie der Erneuerung der Anflugbefeuerung, konnten neue Rollwege gebaut werden. Dadurch entfiel das zeit- und kostenaufwendige Zurückrollen der Flugzeuge auf der Startbahn, da bisher nur bis etwa zur Bahnmitte die Rollwege für größere Flugzeuge benutzt werden konnten.

Ein Teil der Arbeiten war erforderlich, da angestrebt wurde, die elektronischen und optischen Landehilfen soweit zu verbessern, daß zukünftig auch bei noch schlechteren Wetterbedingungen als bisher, ein sicherer Flugbetrieb nach Betriebsstufe II durchgeführt werden konnte.

Während der gesamten Bauphase konnte der Flugbetrieb, auch mit Boeing 737 und MD 80, weiterhin durchgeführt werden.

Die 30 Meter breite Startbahn wurde in ihren Abmessungen belassen, lediglich die ursprünglich 25 Meter breiten Sicherheitsstreifen auf jeder Seite wurden auf je 7,5 Meter reduziert. Dadurch konnten über 63000 Quadratmeter rekultiviert werden. Bei den Sanierungsarbeiten für die Startbahn wurden allein für die Entwässerung 18400 Meter Rohre, Rinnen und Kanäle verlegt. Für die Erdarbeiten fielen 15000 Tonnen Kies, 50000 Tonnen Betonaufbruch und 35000 Kubikmeter Erdarbeiten an, außerdem wurden 94000 Tonnen Asphalt verarbeitet. Für die Befeuerung wurden fast 105 Kilometer Kabel verlegt und für die Unterflurlichter auf der Startbahn über 630 Löcher gebohrt.

Als im Sommer 1995 die letzten Baufahrzeuge den Flugplatz verlassen hatten, war eine Baumaßnahme mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 45 Millionen DM abgeschlossen. Der technische Standard im Kontrollturm wurde in diesem Zusammenhang auf den neuesten Stand gebracht und das Personal diesbezüglich weitergeschult.

Der bisher als Verkehrslandeplatz zugelassene Flugplatz Friedrichshafen erhielt am 24. August 1994 die Neueinstufung als "Flughafen des allgemeinen Verkehrs" (Verkehrsflughafen).

20. März 1995 - Die erste Saab 2000 der Deutschen BA landet in Friedrichshafen

Am 20. März 1995 landete die erste Saab 2000 der Deutschen BA in Friedrichshafen.

Im Laufe des Jahres wurden fünf Saab 340 durch diesen neuen Flugzeugtyp ersetzt. Da für die Wartung der Saab 2000 keine ausreichend großen Hallenflächen zur Verfügung gestellt werden konnten, war es erforderlich, eine neue Wartungshalle zu erstellen.

Sie ist ausgelegt für zwei Flugzeuge der Größenordnung Boeing 737 oder drei Saab 2000.

Noch vor dem Jahreswechsel 1995/96 konnte die neue Halle bezogen werden.

28. Juni 1995 - Die endgültige Betriebsgenehmigung

Um den Flugbetrieb den neuen Bedingungen anzupassen, stellte die Flughafen Friedrichshafen GmbH am 28. Juni 1995 beim Verkehrsministerium Baden-Württemberg einen Änderungsantrag zur gültigen Betriebsgenehmigung.

Hiermit wurde die bisherige Praxis von einem Höchstabfluggewicht von 70 Tonnen und durchschnittlich sieben Umläufen pro Woche durch eine Lärmkontingentierung auf einen Dauerschallpegel von 62 db(A) für Flugzeuge im Wochenmittel ersetzt.

13. Juli 1998 - Endlich Eigentümer

Im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland erschien eine Delegation unter der Leitung des Präsidenten der Oberfinanzdirektion Stuttgart im Notariat in Friedrichshafen zu einem Termin mit der Geschäftsführung der Flughafen Friedrichshafen GmbH.

Anlaß dieses Treffens war die Beurkundung des Kaufvertrages zwischen der Flughafen Friedrichshafen GmbH und der Bundesrepublik Deutschland über den Erwerb des Flughafengeländes. Diesem Vorgang gingen langwierige Verhandlungen voraus, die seit dem Abzug der französischen Streitkräfte aus Friedrichshafen geführt wurden.

Verhandlungsführer für den Erwerb aller von den Franzosen genutzten Liegenschaften war die Stadt Friedrichshafen unter der Leitung von Baubürgermeister Dieter Hornung. Die Verhandlungen gestalteten sich deshalb so schwierig, weil - wie könnte es anders sein - die Kaufpreisvorstellungen der Vertragspartner sehr unterschiedlich waren und anfänglich um ein Vielfaches voneinander abwichen.

Dennoch, die Verhandlungsdelegation war sehr erfolgreich, so daß die Flughafen Friedrichshafen GmbH letztlich das 160 ha große Gelände einschließlich der dazugehörigen Hochbauten für 9,5 Mio. DM erwerben konnte. Zur Finanzierung des Kaufpreises wurde eine Kapitalerhöhung von 5 Mio. DM auf nunmehr 9,5 Mio. DM Stammkapital vorgenommen.

Nach über 80 Jahren Flughafengeschichte ist jetzt die Flughafen Friedrichshafen GmbH "Herr im eigenen Haus."